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Placebo- und Noceboeffekte

Was sagt man den Patienten/-innen?

  • Placeboeffekte fördern, ohne zu übertreiben 
  • Beängstigende Metaphern vermeiden und keine negativen Erwartungen erzeugen
  • Informationen auf die jeweilige Person, die Erkrankung und die Behandlung abstimmen 

Patienten/-innen über mögliche Placebo- und Noceboeffekte aufzuklären kann die Effektivität der Behandlung erhöhen. Es ist jedoch wichtig, die Informationen auf die jeweilige Person, die Beschwerden und die Behandlung abzustimmen. Bedeutsam ist, die Person nicht unnötig zu verängstigen, wenn sie über mögliche negative Effekte oder Nebenwirkungen aufgeklärt wird. Dies ist eine Auswahl von Ratschlägen von 27 prominenten Experten/-innen aus den Bereichen Psychologie, Neurologie, Kommunikationswissenschaften, Soziologie und Sportwissenschaften.

Erklären

Den Experten/-innen zufolge können Therapierende die Begriffe „Placebo“ und „Nocebo“ verwenden. Sie appellieren allerdings, dem/der Patienten/-in deutlich zu erklären, was diese Begriffe bedeuten, wie diese die Behandlung beeinflussen können und wie diese Effekte von tatsächlichen Behandlungseffekten oder Nebenwirkungen zu unterscheiden sind. Es spielt dabei keine Rolle, ob Therapierende dies in der Konversation mithilfe von Videos oder in einer Mappe klären, solange es den Wünschen des/der Patienten/-in entspricht.  

Die Therapierende ausbilden 

Nach Meinung der Experten/-innen sollten die Therapierende darin geschult werden, effektive Kommunikation einsetzen zu können, um Placebo- und Noceboeffekte zu fördern bzw. zu vermeiden. Sie sollten außerdem dazu angeleitet werden, wie sie Informationen auf die einzelne Person beziehen. Idealerweise sollten die grund- und weiterführenden Ausbildungsinstitute diese Schulung in ihr bestehendes Curriculum integrieren, das Thema könnte aber beispielsweise auch in Kursen über Ethik oder Kommunikationsfähigkeiten behandelt werden. 

Delphi-Studie

Die Autoren/-innen verwendeten ein Delphi-Studiendesign, bestehend aus drei Phasen. Zunächst füllten alle 27 Fachleute einen Fragebogen mit offenen Fragen aus, um alle vorhandenen wissenschaftlichen Informationen zu sammeln. Daraus ermittelten die Autoren/-innen 158 einzelne Items, die die Experten/-innen auf einer Skala von null bis zehn bewerteten (0 = stimme überhaupt nicht zu; 10 = stimme vollständig zu). Im letzten Schritt fand eine Sitzung mit allen Experten/-innen statt, um die am höchsten bewerteten Items zu diskutieren und es wurden definitive Ratschläge formuliert. 

 

> Von: Evers et al., Psychother Psychosom 90 (2021) 49-56 . Alle Rechte vorbehalten The Author(s). Klicken Sie hier für die Online-Zusammenfassung. Übersetzung von Carina Ziller

Expertenmeinung by Sanneke Don, MSc

Sowohl in der Wissenschaft als auch in der täglichen Praxis besteht ein zunehmendes Interesse an placebo- und nocebobedingten Effekten. Diese Effekte können aus neurowissenschaftlicher Sicht erklärt werden. Als Therapierende können wir darauf in einer positiven Weise in der Gestaltung unserer Behandlungseinrichtungen und der Behandlung an sich reagieren. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir als Therapierende und unsere Beziehung zu den Behandelten die wichtigsten Faktoren für die Entstehung von placebobedingten Effekten sind. Diese können zum Beispiel durch einfühlsames Zuhören, dem Arbeiten an einer guten Beziehung zur/zum Behandelten, dem ausreichend Zeit nehmen und der Verwendung von positiver verbaler und nonverbaler Kommunikation hervorgerufen werden. 

Die Studie von Andrea Evers und Kollegen/-innen geht noch einen Schritt weiter, indem sie betont, wie wichtig es ist, die neurowissenschaftlichen Effekte zu erläutern. Es kann zum Beispiel hilfreich sein, wenn jemand versteht, dass die Beschwerden beim Konsultieren von Doktor Google (schließlich ist das Internet eine Quelle vieler Nocebos) zunehmen können. Es kann ebenfalls für Personen wichtig sein, zu verstehen, dass die Beschwerden unter dem Einfluss von Angst oder Stress zunehmen können oder abnehmen können, wenn Personen Ablenkungen suchen oder sich einer Behandlung unterziehen, wovon sie positive Erwartungen haben. Dies unterscheidet sich nicht allzu sehr von dem, was wir bei der Schmerzedukation oder Psychoedukation mit den Leuten besprechen. 

Die spezifische Erklärung von Placebo- und Nocebomechanismen geht jedoch etwas weiter, da die Menschen buchstäblich darüber aufgeklärt werden, wie diese Effekte im Körper entstehen, wobei ausdrücklich empfohlen wird, die Begriffe „Placebo“ und „Nocebo“ zu verwenden. Es ist noch nicht klar, was der beste Weg ist dies innerhalb der Physiotherapie anzuwenden, denn es wurden noch keine Studien in einem physiotherapeutischen Setting durchgeführt. Wir verfolgen Studien mit großem Interesse und werden Sie über mögliche neue Entwicklungen informieren, sobald sie sich ergeben. 

 

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