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Wie entsteht eine Frozen Shoulder?

Welche Prozesse finden auf der Gewebeebene statt?

  • leichte, aber chronische Entzündungsprozesse sind die Grundlage
  • auf die Entzündung folgt eine fortschreitende Fibrose
  • Kortikosteroidinjektion nur im Frühstadium der Erkrankung sinnvoll

Eine Schultersteife wird durch eine Reihe von Prozessen verursacht, die die Kollagenproduktion um das Schultergelenk herum stören. Bei diesem Prozess spielen viele Faktoren eine Rolle. Und obwohl der Auslöser, der alles in Bewegung setzt, noch unbekannt ist, konnten niederländische Wissenschaftler/-innen aus 48 wissenschaftlichen Studien genügend Informationen zusammentragen, um die Kaskade von Reaktionen, die zu einer Schultersteife führen, darzustellen.

Behandlung

Physiotherapie und Kortikosteroidinjektionen sind die am häufigsten angewandten Behandlungsmöglichkeiten bei einer Schultersteife. Eine Kortikosteroidinjektion kann zwar die Entzündung reduzieren, aber die später auftretenden fibrotischen Veränderungen nicht rückgängig machen. Daher ist eine solche Injektion nur in den frühen Stadien der Erkrankung wirksam. Die physiotherapeutische Behandlung zielt eher auf die Beweglichkeit des Gelenks ab, aber der/die Therapeut/-in muss die Belastbarkeit und Reizbarkeit des Gewebes berücksichtigen: Eine moderate mechanische Belastung ist notwendig, um die extrazelluläre Matrix umzubauen, aber Mobilisierungen sind kontraproduktiv, wenn die Schmerzgrenze überschritten wird.

Qualitativer Überblick

Die Forscher/-innen leiten ihre Erkenntnisse aus 48 Studien ab, die Informationen über die Frozen Shoulder enthalten: 30 Studien, in denen Biopsien aus der Schulter Gewebeveränderungen aufzeigten, 15 Studien, die auf einen Zusammenhang zwischen dem pathologischen Mechanismus und anderen Krankheiten hinwiesen, und drei Studien an Ratten, die den pathophysiologischen Prozess im Detail beschrieben. Abbildung 3, des frei zugänglichen Artikels, zeigt schematisch die aufeinander folgenden Phasen, die zur Versteifung des Gelenks führen.

> Von: Kraal et al., J Exp Orthop 7 (2020) 91 . Alle Rechte vorbehalten The Author(s). Klicken Sie hier für die Online-Zusammenfassung. Übersetzung von Nadine Schmidt

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Expertenmeinung by Suzanne Wiertsema, PhD

Der Begriff Frozen Shoulder (FS) wird häufig in den verschiedenen Praxen von Allgemeinmediziner/-innen, Physiotherapeut/-innen, Orthopäd/-innen oder Unfallchirurg/-innen und anderen Gesundheitsdienstleister/-innen verwendet. Nicht in allen Fällen handelt es sich tatsächlich um eine FS, sondern es kommt zu Verwechslungen mit z. B. einer postoperativen Schultersteife, Arthrose oder einer akuten Schleimbeutelentzündung.

Es ist nach wie vor schwierig, Patient/-innen (und nicht spezialisierten Gesundheitsdienstleister/-innen) die grundlegenden Prozesse zu erklären, die einer FS zugrunde liegen, und zu erläutern, was in den einzelnen Phasen die beste Vorgehensweise ist. Dies gilt umso mehr, weil das Informieren, Abwarten und dem natürlichen Genesungsprozess Zeit lassen für Gesundheitsdienstleister/-innen, die es gewohnt sind, "etwas zu tun", als "nichts tun" empfunden werden.

In diesem Artikel wird sehr deutlich beschrieben, was in den drei Phasen auf Gewebeebene in der Schulter geschieht, und es wird erläutert, wann und warum es sinnvoll ist, zu trainieren (oder andere Maßnahmen anzuwenden). Es wird empfohlen, diesen Artikel nicht bis ins kleinste Detail zu lesen, sondern die groben Umrisse und Ratschläge zu nutzen, um Patient/-innen (und überweisende Ärzt/-innen) besser zu informieren. Für Schulterphysiotherapeut/-innen ist dies jedoch ein wunderbarer Artikel, der wirklich tief in die Gewebeebene eindringt.

In Kombination mit der niederländischen Praxisleitlinie Frozen Shoulder vermittelt dieses Papier ein sehr vollständiges Bild der Hintergründe und therapeutischen Möglichkeiten:

  • Die Einfrierphase (Entzündung) dauert 4 bis 9 Monate und ist durch starke Schmerzen und eine zunehmend eingeschränkte Bewegungsfähigkeit gekennzeichnet. Die Therapie zielt darauf ab, zu informieren, sich innerhalb der Schmerzgrenze zu bewegen, zu entspannen und die Fitness zu erhalten. In einem frühen Stadium kann eine Kortikosteroidinjektion wirksam sein.
  • Die Phase des Einfrierens (Steifheit) dauert ebenfalls 4 bis 9 Monate. Die Bewegungseinschränkung bleibt stabil, die Reaktivität und die Schmerzen nehmen langsam ab. Allmählich können mehr Übungen in Richtung der Endpositionen des Gelenks durchgeführt werden.
  • Die Auftauphase dauert 4 bis 12 Monate, je nach Therapietreue. Die Schmerzen sind verschwunden und der Bewegungsumfang kehrt langsam zurück. Es ist erlaubt, sich intensiv zu bewegen.

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